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Das Rathaus steht zeitlich und künstlerisch in engem Zusammenhang mit der Martinskapelle. 1590-1592 erbaut, stammt sein gotisch anmutender Dachstuhl vom gleichen Zimmermann wie derjenige der Martinskapelle. Sonst aber dominieren allgemeine Renaissanceformen, die ihren Baumeister nicht verraten. Das Sitznischen-Portal ist in dieser Form auch in Sachsen und Norddeutschland anzutreffen.

Bei den im darüber befindlichen Schlussstein genannten "Baumeister" Peter Schneider und Hieronymus Hofbauer handelt es sich um Mitglieder des Bürgstadter Gerichts (= Gemeinderat). Schneider war seit 1588 Schultheiß und Hofbauer hat wohl die Baurechnungen geführt. Das Rathaus zeugt vom damaligen Wohlstand der Gemeinde, die Bauinschrift erwähnt eigens den guten und teuren Wein dieses Jahres.

Die Innenausmalung des Rathauses besorgte Meister AH, den wir von der Martinskapelle her kennen. Das zeigen Einzelformen der Malereien im Treppenhaus des Rathauses und die hier verwendeten Farben.

Die Gewölbehalle im Erdgeschoß war ursprünglich vollständig ausgemalt, Details wurden 1992 rekonstruiert (Rosetten) bzw. freigelegt. Ähnliches gilt für Treppenhaus, Trauzimmer und Sitzungssaal; hier hatten frühere Renovierungen (1904 und 1972) massiv eingegriffen. 1992 wurden die Wände dieser Räume in den Orginalzustand zurückgeführt, ebenso die Decke des Trauzimmers und die Täfelung an der Nordwand des Sitzungssaales. Die Säulen stammen von 1904. Besonders hervorzuheben sind die leuchtkräftigen Farben der Glasfenster aus der Zeit von 1593-1613; sie zeigen die Wappen der Mainzer Erzbischöfe, der Mainzer Amtmänner zu Miltenberg und der dortigen Mainzer Keller (= Wirstschaftsverwalter).

Das Rathaus ist auf Nachfrage während der Dienststunden der Gemeindeverwaltung zu besichtigen. Dort können Sie auch die Festschrift erwerben, die zum 400jährigen Rathausjubiläum erschienen ist.

Früher waren allein Alte Kirche, Martinskapelle und Rathaus als öffentliches Gebäude mit Schiefer gedeckt. Auf Privatbauten waren nur Ziegel (Biberschwänze) erlaubt. Wenn Sie vom Rathaus entlang der Hauptstraße gehen (bergauf), sehen Sie auch dort die Zeugen des um 1600 herrschenden Wohlstandes. Einige der Fachwerkhäuser wurden noch im 16. Jahrhundert errichtet, so z.B. Nr. 6 und Nr. 15, letzteres vom Obermüller Lukas Müller.

Quelle: Kleiner Führer zu den Zeugnissen der Ortsgeschichte Bürgstadt

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Wahrscheinlich war sie zunächst Pfarrkirche für die gesamte Umgebung und wurde zwischen 900 und 1000 errichtet (Radiokarbon-Analyse 1997). Ihr Patrozinium verweist auf die fränkische Staatskolonisation des 7. Jahrhunderts. In dieser Zeit war Bürgstadt bedeutendster Mainzer Stützpunkt im südwestlichen Mainviereck   weiterlesen...

buergstadt alte kirche 001 w
Die Baugeschichte von St. Margareta lässt sich gut an ihrem Äußeren ablesen:

Vor 1220 Errichtung von Hauptschiff und Turm. Um 1490 Anbau der Sakristei an der Nordseite des Turmes, gleichzeitig Einbau von spätgotischen Portalen, vielleicht durch Künstler der Frankfurter Dombauschule. Im Hoch- und Spätmittelalter gingen aus unserer Region Sandsteinlieferungen zu den "roten Domen" an Rhein und Main, im Gegenzug kam von dort künstlerischer Einfluss   weiterlesen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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